Autismus-Spektrum

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Das autistische Kontinuum zeichnet sich durch eine sehr starke Heterogenität aus, wird jedoch in der ICD 11 wie folgt klassifiziert: Unter einer Autismus-Spektrum-Störung „versteht man eine neuronale Entwicklungsstörung”, die sich u. a. in folgenden Symptombereichen widerspiegelt:

  • Wahrnehmung
  • Soziale Interaktion
  • Kommunikation und Sprache
  • Spezielle Interessen und repetitive Verhaltensweisen
  • Motorik und Exekutivfunktionen

Auf diese Felder legen wir bei unserer Arbeit einen besonderen Fokus. Sie werden in unserer Förderung durch multiprofessionelle Teams in den Blick genommen.

Da jeder Schüler und jede Schülerin ein anderes Lernverhalten sowie andere individuelle Ausgangsvoraussetzungen hat, legen wir großen Wert auf:

  • kleinen Lerngruppen in reizarm gestalteten und klar strukturierten Räumen
  • schulinterne einheitliche Visualisierungen
  • die Nutzung des TEACCH Konzeptes
  • handlungsorientiertes und strukturiertes Lernen und Arbeiten
  • stark individualisierte Lern- und Entwicklungsziele, die ein multiprofessionelles Team aus Lehrkraft, Erzieher:innen und Therapeut:innen mit den Schüler:innen gemeinsam entwickeln
  • Therapiemöglichkeiten durch das Autismus-Institut Hamburg während des Schulalltags

Seit dem Schuljahr 2021/22 wird dem Bereich „Autismus“ mit einer Koordinatorenstelle besondere Beachtung und Gewichtung geschenkt. Wichtige Aufgabenbereiche sind hier die Hospitation im Unterricht, auf die Schüler:innen im Autismus-Spektrum ausgerichtete Beratung der Klassenteams und Fortbildungen für Kolleg:innen, da ca. 1/6 unserer Schülerschaft im Autismus-Spektrum ist.

Das autistische Kontinuum

Zuschauen, erkennen, verstehen, verinnerlichen und das Verhalten nachmachen – auf diesem Prinzip basiert unser gesellschaftliches Miteinander. Doch nicht für jeden sind diese neurotypischen Erfahrungsmuster, die mit Denk-, Beobachtungs- und Interaktionsmustern konzipiert sind, selbstverständlich.

Neurodiverse Menschen, zu denen auch Menschen mit Autismus gehören, haben oftmals Schwierigkeiten, diese „Regeln des Zusammenlebens“ eigenständig in ihrem Alltag zu deuten und umzusetzen.

Jim Sinclair beschreibt diese Herausforderung mit den Worten:

„Auf viele Weisen bin ich schrecklich schlecht ausgestattet, um in dieser Welt zu überleben. Ich bin wie ein außerirdisches Wesen, das ohne Reiseführer, an dem ich mich orientieren kann, gestrandet ist.“

Unsere Aufgabe ist es, die Rolle des Reiseleiters bzw. der Reiseleiterin für unsere neurodiversen Schüler:innen zu übernehmen. Ziel ist es, dass diese sich nach und nach einen eigenen Reiseführer für das Leben erstellen und mit diesem die Herausforderungen des Alltags meistern können.